Bernd Brunnhofer
Von der Uni an den Spieltisch
Mitte der 80er Jahre entsteht eine Hinterhof-Firma, die mittlerweile zu den erfolgreichsten deutschen Spieleverlagen zählt. Gleich sechsmal erhält die Münchner Ideenschmiede Hans im Glück den begehrtesten Spielepreis überhaupt, das Spiel des Jahres - zuletzt für Dominion, das den verlegerisch hohen Anspruch des Hans im Glück Verlags dokumentiert. Alle diese Spiele tragen nicht nur die Handschrift der Autoren, sondern vor allem die eines Mannes: Bernd Brunnhofer. Seit der Verlagsgründung 1983 hat er ein Ziel vor Augen: gute Spiele zu machen. Und dafür steckt er jede freie Minute in die Entwicklung und die Redaktion neuer Spielideen nicht immer zur Freude seiner Frau Margret und seines Sohnes Moritz.
Seit seinem Entschluss, die Verlagsarbeit professionell zu betreiben, geht es steil bergauf. Kaum ein Jahr ist vergangen, in dem nicht zumindest ein Hans im Glück-Spiel mit Preisen und Auszeichnungen bedacht worden ist. 1946 im österreichischen Graz geboren, verschlägt es ihn direkt nach dem Abitur nach Deutschland. Er probiert manches aus, aber seinem kreativen Kopf stehen geregelte Arbeitszeiten doch eher im Weg. So ist es eine logische Folge, dass er seinen Hauptberuf als Soziologiedozent an der TH München 1984 an den Nagel hängt und sich voll in das Abenteuer Spieleverlag stürzt. Ein Abenteuer, das bisher nur sehr wenige überhaupt überlebt haben. Bernd Brunnhofer gehört dazu.
Dirk Geilenkeuser
Ich wurde 1973 in Bergisch-Gladbach als Jüngster von 3 Geschwistern geboren. Als ich 4 Jahre alt war, zog meine Familie nach Veitshöchheim bei Würzburg. In Würzburg verbrachte ich dann 21 Jahre, bevor mich der Weg nach München zum Hans im Glück Verlag führte.
Die erste Berührung mit Spielen als Hobby hatte ich bereits 1985 im
zarten Alter von 12 Jahren, als ich in der Bibliothek in Veitshöchheim eine Ausgabe der Spielbox entdeckte, auf deren Cover ein Kaugummi-Automat zu sehen war. Von da an war ich infiziert und das Thema Gesellschaftsspiele lies mich nicht mehr los. 1987 war dann mein erstes Jahr bei den Spielertagen in Essen, wohin ich mit Hanno und Wilfried Kuhn fuhr, die inzwischen einige schöne Spiele veröffentlicht haben. Als armer Schüler konnte ich mir nur 1 Spiel leisten. Karl-Heinz Schmiel verkaufte mir persönlich mit Kochmütze auf dem Kopf ein Exemplar von „á la carte“. Ich war unglaublich stolz. In den folgenden Jahren traktierte ich meine Familie mit Spielen wie „Die Macher“, „Civilisation“ oder „Acquire“. Die machten das recht gelassen mit, und ich schleppte immer mehr Spiele an. Kein Flohmarkt war vor mir sicher. Damals waren die Flohmärkte auch noch sehr ergiebig, so dass ich Mitte der Neunziger um die 1.000 Spiele angesammelt hatte. Diese stehen größtenteils noch heute in Würzburg bei meinen Eltern. In dieser Zeit entdeckte ich auch das Postspielen, das ich exzessiv betrieb. Zeitweise hatte ich 10 Dampfross-Pläne an den Wänden hängen, um die Post-Partien zu verfolgen.
Ungefähr 1992 gründete ich mit Hanno Kuhn und ein paar Freunden in Würzburg einen Spieletreff, das „Würzburger Spielerlei“. Kurz darauf lernte ich dort André Maack kennen, mit dem ich von da an auf die Flohmärkte zog und mehrmals wöchentlich spielte. Inzwischen ist André nach Stationen bei Schmidtspiele und Amigo als Redakteur bei Ravensburger gelandet. Zu dieser Zeit schrieb ich für das Würzburger Stadtmagazin „Schmidt“ Spielerezensionen und gelangte so auch an eine der begehrten Eintrittskarten für die Nürnberger Spielwarenmesse. Dort lernte ich beim ersten Goldsieber Spieleabend Volker Weitzel vom Hans im Glück Verlag kennen, mit dem ich zufällig am Spieletisch saß. Nach einem sehr netten Abend fragte ich an, ob man bei Hans im Glück mal ein Praktikum machen könne. Seine Antwort war: „Eigentlich nicht, aber komm mal vorbei, wenn du in München bist.“ Natürlich war ich rein zufällig ein paar Wochen später in München und so ergab sich doch ein Praktikum. Außerdem durfte ich in Nürnberg und Essen auf den Messen arbeiten. Als sich mein VWL-Studium 1998 dem Ende zuneigte, suchte der damals 2-Mann-Verlag Hans im Glück einen dritten Mann und es passte alles zeitlich perfekt zusammen. Im September begann ich, bei Hans im Glück zu arbeiten und es macht noch heute so viel Spaß wie damals.
Privat spiele ich nicht mehr ganz so viel wie früher, insbesondere seit mein Sohn Nick 2005 geboren wurde. Aber regelmäßiges Spielen gehört ja zum Job glücklicherweise dazu. Zu meinen Lieblingsspielen gehören El Grande, Tichu und San Juan, aber auch Spiele wie Tabu und Barbarossa. Und wenn ich mal nicht am Tisch spiele, widme ich mich anderen Spielen wie Zelda oder Gran Turismo. Konsolenspiele sind meine zweite Leidenschaft. Und seit kurzem ist eine dritte hinzugekommen, nämlich meine Suzuki Bandit, auf der ich die Gegend um München erkunde, wenn das Wetter es zulässt.
Georg Wild
Nach dieser Geburt, die mich 1972 aus heiterem Himmel getroffen hat, verliefen meine Kindheit und Jugend eigentlich ganz üblich. Ich habe eine Schule besucht und dann eine andere und dann noch eine, wollte zuerst Informatik, dann Elektrotechnik, dann irgendetwas auf Lehramt studieren und war am Ende eine Woche in Versorgungstechnik eingeschrieben.
Das Spielen hat sich dabei nach und nach zu einer Randerscheinung in meinem Leben entwickelt. Nicht weil ich keine Lust gehabt hätte zu Spielen, aber mein Freundeskreis hatte diese Lust so überhaupt nicht und alleine spielen ist auf Dauer relativ langweilig.
Nach 5 Jahren in der Altenpflege hatte ich dann auch endlich genug Wartesemester, um Sozialpädagogik zu studieren. Zum Spielen kam ich dann wieder über meine damalige Freundin, die mich eines Tage fragte, ob ich nicht mit zu den Eltern ihres Ex-Freundes kommen möchte. Was mich wirklich dazu bewegt hat die Eltern des Ex-Freundes meiner Ex-Freundin zu besuchen, weiß ich nicht mehr, aber es hat sich durchaus als eine der besseren Entscheidungen in meinem Leben herausgestellt. Der Vater des Ex-Freundes meiner Ex-Freundin ist nämlich Dieter Hornung, in dessen Testrunden ich dann einige Jahre mitgespielt und dort auch Bernd (und viele andere nette Menschen) kennen gelernt habe, worüber ich dann (ungefähr 2002) zuerst aushilfsweise zu meiner Anstellung beim Hans im Glück Verlag kam.
Und da bin ich nun.
Moritz Brunnhofer
Als einziger Sohn meiner Eltern bin ich sozusagen in das Spielen hineingewachsen. Schon früh habe ich mit meinem Vater gespielt und meist verloren. Er hat mich fast nie gewinnen lassen, aber er hat mir auch erklärt, dass es keinen Sinn hat. Vor allem das Schach spielen gegen ihn war eine einzige Frustration, was mich aber gestählt und in meinem Freundeskreis zu einem gefürchteten Gegner gemacht hat. Von Anfang an hat er mir beigebracht, fair zu spielen, da ein Sieg sonst kein Gewinn ist.
Die Lust am Spielen habe ich trotz PC- und Xbox-Zeiten nie verloren, auch wenn es Phasen des viel und des weniger Spielens gab.
Mein Weg zum Hans-im-Glück Verlag war nicht gerade zielstrebig. Erst musste ich einige Erfahrung in vielen wirklich unterschiedlichen Bereichen sammeln. Welche ich aber zum Großteil nicht missen möchte.
Doch schließlich kam ich vor kurzem als jüngstes (nicht nur auf das Alter bezogen) Mitglied in den Verlag.









